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Vampire
Bloodlines
RPG
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Stellen Sie
sich vor, es ist Nacht und Sie befinden sich gerade in einer
Seitenstrasse eines Vorortes von L.A.. Weitab von menschlichen
Blicken sehen Sie, wie der Regen auf den Boden plätschert, der
im fahlen Laternenschein dumpf die Umrisse der Gegend
widerspiegelt. Bis auf das Platschen des Regens ist es recht
still. Sie hören weder den fernen Straßenlärm, noch die laute
Musik die aus einem Nachtclub, gar nicht weit von hier,
dringt. Alles was Sie spüren ist Hunger. Der Hunger ist
allgegenwärtig und läßt Sie keine Sekunde Ihres Daseins los.
Sie atmen schwer, da Sie schon fast Schmerzen verspüren. Doch
halt, was war das? Ja! Ganz in der Nähe hören Sie Schritte!
Ein leichter Schauer läßt Ihre Nackenhaare aufrichten –
Nahrung! Vorsichtig spähen Sie um die Ecke und als Sie merken,
dass Sie unbeobachtet sind, schleichen Sie los. Vorsichtig und
doch am Rand Ihrer Selbstkontrolle kommen Sie Ihrem
ahnungslosen Opfer näher. Und dann plötzlich, als Sie nur noch
ein Schritt von Ihrem Opfer trennt, halten Sie es nicht mehr
aus und springen vorwärts. Mit eisernem Griff halten Sie Ihr
überraschtes Opfer fest und schlagen genüsslich Ihre spitzen
Eckzähne in die pulsierenden Adern um endlich wieder zu
trinken!
Sie finden das absonderlich? Keine Angst, ein paar Stunden mit
Vampir-Rollenspiel Vampire-Bloodlines aus dem Hause Activision
werden Sie garantiert umdenken lassen!
In der Haut eines frisch geborenen Vampirs, eines so genannten
Kainskindes, müssen Sie fortan Ihr Leben oder besser Dasein
fristen. Da man sich, vor allem als Vertreter einer echten
Randgruppe, in der Gemeinschaft besser durchschlägt, müssen
Sie sich zu einem von insgesamt sieben Clans bekennen und
diesem Treue schwören. Damit in unmittelbarem Zusammenhang
stehen die verschiedenen Persönlichkeitswerte, die den
Spielercharakter auszeichnen: kontrollieren Sie gern andere
Menschen und steuern Ihre Umwelt, so könnte der Clan der
Tremere etwas für Sie sein. Oder sind Sie vielleicht generell
wahnsinnig, so wie jedes Mitglied der Malkavianer? Egal, wie
die Veranlagung des Spielers auch sein mag, es findet sich für
jeden etwas passendes. Und was nicht passt, wird passend
gemacht. Bestens dafür geeignet sind hier die schon erwähnten
Persönlichkeitswerte. Zum einen gibt es da eine Reihe von
Attributen. Diese reichen von Körperkraft, über Geschick,
Charisma und Intelligenz bis hin zu Geistesschärfe und
ähnlichem. Dieses sind die Grundlagen des Charakters der
Spielerfigur. Daneben verfügt die Spielfigur noch über
Fähigkeiten, welche die erlernbaren Fertigkeiten der
Spielfigur repräsentieren. Dazu gehören unter anderem der
Gebrauch von Schusswaffen, Fähigkeiten im Nahkampf,
Geisteswissenschaften oder gar der Umgang mit Computern. Was
dann der Spielercharakter genau mit den Fertigkeiten anfangen
kann, zeigt sich bei seinen Begabungen. Von Überredungskunst,
Verführung und der Fähigkeit zu Feilschen reicht das
Repertoire des Vampirs bis hin zum Knacken von Schlössern oder
dem Hacken von Rechnern.
Zu Beginn des Spiels kann der Spieler seine Figur auf seine
speziellen Wünsche anpassen. Das geschieht entweder per Hand
oder halbwegs automatisch über ein paar tiefgreifend
psychologische Fragen. Am Ende bestimmt sich der passende Clan
aus den Fähigkeiten, Begabungen und Attributen. Je nachdem,
welchem Clan fortan der Spieler frönt, verfügt er über eine
Menge an Disziplinen, Vorteilen oder auch Nachteilen. So ist
der Clan der Brujah wegen seiner Vorliebe zum Kampf mit
Bonuspunkten im waffenlosen Kampf gesegnet. Ein |







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Mitglied der
Nosferatu hat hingegen aufgrund seiner Hässlichkeit ein
Erscheinungsbild von Null und kann somit niemals ein Gegenüber
verführen. Das klingt sicher erstmal recht komplex aber das
ist bei neu geborenen Kainskindern normal.
Als solches stehen Sie denn auch erstmal relativ
orientierungslos in einer immer dunklen Welt. Eine kleine
Lektion zu Spielbeginn gibt schnell Aufklärung darüber, dass
ein Vampir nicht allzu leicht umzubringen ist. Wer sich also
vom Sonnenlicht fern hält und sich nicht im Kampf umbringen
läßt, hat eine wirklich gute Chance, als Vampir 'alt' zu
werden. Neben einigen prinzipiellen Verhaltensregeln bekommen
Sie auch die wichtigste eingetrichtert: die Einhaltung der
Maskerade. Da die Gemeinschaft der Vampire unentdeckt bleiben
will, muss sich jeder Langzahn dementsprechend verhalten. Das
heißt im Klartext, dass Sie nicht durch die Strassen laufen
und einfach alles beißen können, was Ihnen über den Weg läuft.
Beachten Sie diese Regel nicht, droht die Verbannung aus der
Gemeinschaft in Form eines zweiten Todes. Diese leichte
Einschneidung Ihres Daseins, wirkt denn auch manches Mal recht
behindernd auf die Beschaffung von frischer Nahrung, die
logischerweise ein wichtiger Quell Ihres Vampirdaseins ist.
Doch was tut eigentlich ein Vampir so die liebe, lange Nacht,
wenn er nicht gerade auf Blutjagd ist? Ganz einfach, wie schon
im ersten Leben, darf man auch im zweiten Leben Diener spielen
und Aufträge für eine ganze Menge an Leuten erledigen. Für
Erfüllung der Aufträge gibt es dann Erfahrungspunkte, mit
denen dann wieder die Charakterwerte aufgestockt werden
können. Während man sich also wahlweise in 1st oder
3rd-Person-Sicht durch die Welt von Vampire-Bloodlines bewegt,
entwickelt sich eine nette Story rund um den Machtkampf
mächtiger Vampirvereinigungen, das Aufstehen uralter,
sagenhaft mächtiger Vampirfürsten und den drohenden Untergang
der gesamten Vampirwelt. Dabei haben sich die Entwickler
wirklich viel Mühe gegeben, die Story so abwechslungsreich wie
möglich zu gestalten: Gehören zum einen Standardaufgaben wie
das Sprengen von Fabrikhallen oder das Auskundschaften von
Personen zum normalen Repertoire, führen einen die Wege des
Schicksals gleich zu Beginn des Spiels in ein altes,
verfallenes Hotel. In diesem Hotel hatte ein Mann vor Jahren
seine Ehefrau und seine beiden Kinder umgebracht. Seither
spuken die Geister der Beteiligten in diesem alten Gemäuer
umher und zeigen sich auch nicht gerade begeistert darüber,
aus dem Hotel vertrieben zu werden. Da schleicht man durch
dunkle Kellerräume und ist heilfroh niemanden zu sehen während
man in die alte Küche gelangt, da schlagen auf einmal Flammen
hoch und Töpfe fliegen quer durch den Raum. Ist man dem
gruseligen Gemäuer erstmal entronnen, kreuzt man schon bald
den Weg eines Prothesen-Herstellers. Wie sich schnell
feststellen läßt, hält dieser einige seiner lebenden 'Modelle'
gefangen und schneidet ihnen hier und da mal etwas ab. So
fragt man sich denn auch nicht, wo der Arm herkommt, mit dem
diese durchgeknallte Type den Helden attackiert.
Durch Nutzung der Half-Life 2-Grafik-Engine ist natürlich
klar, wo sich Vampie-Bloodlines auf dem grafischen Sektor
bewegt. Oder zumindest denkt man das. Denn die Grafik selbst
ist für mich ein eher etwas zweischneidiges Schwert. Auf der
einen Seite wirkt alles in Vampire herrlich düster und
stimmungsvoll. Die Gesichter sehen einfach nur umwerfend aus,
und ebenso toll sind auch die Wasseroberflächen gelungen. Auf
der anderen Seite wirken die Texturen oftmals etwas flach und
farbarm und damit leider auch etwas langweilig bzw. lieblos.
Auf jeden Fall braucht man für Vampire-Bloodlines ein recht
starkes System. 512 MB RAM reichen schon nicht mehr wirklich
aus und sorgen für nervig lange Ladezeiten beim simplen
Betreten/Verlassen eines Gebäudes.
Zusammenfassung: Vampire-Bloodlines ist definitiv
nichts für schwache Nerven. Doch wer Rollenspiele mag und kein
Problem mit der Thematik und der recht brutalen und
streckenweise anzüglichen Umsetzung derselben hat, kann
bedenkenlos zugreifen. Vampire ist ein würdiger zweiter Teil
in neuem Gewand und ein Klasse Rollenspiel, das ich jedem Fan
düsterer Atmosphäre nur wärmstens ans Herz legen kann. jw |
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