Wer kennt sie
nicht, die Geschichten des berühmten Detektivs Sherlock Holmes
von Sir Arthur Canon Doyle. Wer hat nicht in seiner Jugend die
Kombinationsgabe und Intelligenz bewundert, mit der Mister
Holmes und der etwas schusselige Dr. Watson jedes Rätsel
gelöst haben und jeder noch so kniffeligen Aufgabe auf den
Grund gegangen sind und mit „vulkanischer“ Logik jede Gefahr
gemeistert haben.
Mit dem Spiel „Sherlock Holmes – Das Geheimnis der Mumie“
könnt Ihr diesem Jugendtraum jetzt als Spieler nacheifern und
einen Fall, „geschrieben“ von Sir Arthur C. Doyle mit eigener
Intelligenz und Logik lösen, so die Werbung für das Spiel.
In der Person des Meisterdetektivs Sherlock. Holmes
untersuchen Sie ohne ihren Freund Dr. Watson das rätselhafte
Verschwinden eines entfernt verwandten Archäologen. Die
Geschichte scheint subtile Ermittlungsarbeit in Form von
Beobachtungen, Zeugenbefragungen mit und ohne psychologischer
Beurteilung und Indizienanalysen gemäß den Romanvorlagen von
Sir Arthur Canon Doyle zu versprechen. Doch weit gefehlt.
Stattdessen müsst Ihr Euch in stupidem „Alles- was- ich- im-
Raum- sehe- muss- ich- auch- untersuchen- damit- ich- nicht-
irgend- etwas- Wichtiges- übersehe- oder- vergesse“-
Herumgeklicke durch die einzelnen, der 35 Räume durcharbeiten.
Das hat nichts mit Logik oder Kombination zu tun und die
Rätsel, die nach und nach auf Euch warten, gehen vom
genreüblichen Schiebepuzzlen über „Welches Objekt könnte ich
hier benutzen?“- Rätsel bis zum manchmal doch interessanten
Dekodieren von Geheimschriften und Anagrammen. Das Letztere
fordert manchen Adventure- Fan. Selbst für den nicht ganz so
hellen Dr. Watson sind diese Rätsel und die Atmosphäre nicht
spannend genug. Auf der Verpackung steht geschrieben: „Testen
Sie Ihre Nerven…“. Der Meinung bin ich nicht, denn erstens
entsteht aufgrund mangelnder Story und damit fehlender Tiefe
keine Spannung und zweitens ist die Grafik (vorgerenderte
Räume mit herrlichem Hintergrundpixelbrei) das Einzige, das
original aus der Zeit von Sherlock Holmes zu stammen scheint
und damit selbst bei mir ein gewisses Grauen beim Spielen
bescherte.
Zusammenfassung: Kurz gesagt, wer ein absoluter
Sherlock Holmes- Fan ist, sollte gar nicht erst anfangen
dieses Adventure zu spielen und alle anderen Hobby- Detektive
werden nach ein paar Stunden gelangweilt abschalten und den
Fall zu den Akten legen. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie
der berühmte Sherlock Holmes in seinem Schaukelstuhl vorm
brennenden Kamin sitzt und genüsslich Tee trinkt und am
Kaffeetisch unser lieber Dr. Watson, |





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der entweder
Pistolen reinigt oder irgend etwas in sein Tagebuch schreibt
und nebenbei Kaffe zu sich nimmt, nachdem sie den Bittsteller
für diesen Fall gerade wieder weg geschickt haben, weil das
Rätsel um die Mumie nicht interessant genug war bzw. nichts
Inspirierendes oder Aufregendes hatte.
Die Spieleschmiede WANADOO hat sich hier nicht mit Ruhm
bekleckert und den armen Sherlock für so einen langweiligen
Fall zu reaktivieren, hilft dem Spiel auch nicht weiter. Dies
wird ein ungelöster Fall bleiben und zwar aus Mangel an
Motivation. |